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Heffernan



Anmeldungsdatum: 16.01.2005
Beiträge: 65

BeitragVerfasst am: 11. Feb 2006 22:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hast du ein Beispiel (abgesehen von den strittigen Möwen) parat, Wibke? Also eine Säugetierart die sich ohne isolierende Faktoren entwickelt hat?

Mfg
Wibke



Anmeldungsdatum: 03.02.2006
Beiträge: 143
Wohnort: Essen

BeitragVerfasst am: 12. Feb 2006 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

nein, habe kein beispiel dafür, aber auch keine begründung dagegen.
vllt ist das eine frage an leute die bio nicht nur in der schule haben,denn in meinen biobüchern steht nicht dass man das ausschließen kann...auch im internet habe ich bei definitionen keine einschränkung in dieser hinsicht gefunden.
wäre natürlich interessant wenn das so wäre.

aber andererseits habe ich kürzlch eine frage gelesen:

auf einer seite des gran caniyons lebt eine art von mäusen, deren natürlicher feind ein raubvogel ist, auf der anderen seite hat sich (wohl) durch allopatrische artenentwicklung eine andere art Mäuse gebildet, die anders getarnt ist, sie hat den gleichen natürlichen feind deisen bestimmten raubvogel. wie kann man nun erklären, dass sich diese zwei arten von mäusen gebildet haben, aber der raubvogel sich nicht verändert hat???

wenn es bei vögeln nur allopatrische artenbildung gäbe, wäre die lösung recht einfach, oder nicht?
Heffernan



Anmeldungsdatum: 16.01.2005
Beiträge: 65

BeitragVerfasst am: 12. Feb 2006 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, ich versteh das Beispiel nicht so richtig ^^

Die Mäuse haben sich unterschiedlich entwickelt, weil der Canyon dazwischen ist, also Isolation. Der Raubvogel findet offensichtlich nach wie vor genug Nahrung, so dass eine Anpassung an die besser getarnte Mausart nicht nötig ist.
Frieder Hummel



Anmeldungsdatum: 11.10.2004
Beiträge: 142

BeitragVerfasst am: 12. Feb 2006 17:05    Titel: keine sympatrische Artbildung bei Vögeln + Säugern Antworten mit Zitat

Wibke hat Folgendes geschrieben:
... willst du damit sagen,dass es bei säugetieren und vögeln,generell nicht zu einer sympatrischen artbildung kommen kann? ...

Hallo Wibke,

... nein,
nur dass bis jetzt bei Vögeln und Säugern noch keine sympatrische Artbildung nachgewiesen wurde.

Zitat:
... wie belegst du diese aussage ...

zB. mit
Ernst Mayr, Das ist Evolution,
Goldmann-Taschenbuch, 2005
Kapitel 9, Artbildung
(sehr empfehelnswert, mit LK-Vorausetzung gut zu verstehen)

_________________
Mit freundlichem Gruß
Frieder
__________________

Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)
Wibke



Anmeldungsdatum: 03.02.2006
Beiträge: 143
Wohnort: Essen

BeitragVerfasst am: 13. Feb 2006 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

ganz überzeugt hast du mich nicht, aber es ist eine überlgeung wert grübelnd , und da ich meine ansicht nicht mit einem beispiel begründen kann, gebe ich mich sozusagen geschlagen. Gott Gott
ich hätte nicht gedacht, dass man zwischen Vögeln und Säugetieren in dieser Hinsicht einen Unterschied machen kann traurig
t0bk4m
Gast





BeitragVerfasst am: 19. Feb 2006 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Lehrerin meinte, sympatrische Artbildung komme im Tierreich nur selten vor und könne deshalb vernachlässigt werden.

Als Antwort zum Rassenkreis:
In dem Rückzugsgebiet sind die Möwen aufgrund der großen Entfernungen geogr. separiert. D.h. sie haben noch theoretisch die Möglichkeit sich zu treffen, praktisch käme es aber nicht vor. Dies liegt auch nach Bevölkerung der anderen Gebiete vor.
Fuscus



Anmeldungsdatum: 23.03.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 23. März 2006 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

ich weiß ja nicht, ob das Thema für den TO noch akut ist. Falls ja, kann ich zum Rassenkreis der Silber- (argentatus-Gruppe) und Heringsmöwe (fuscus-Gruppe) nur folgenden Artikel wärmstens ans Herz legen:

"Artbildung und Verwandtschaftsverhältnisse im Silber-Heringsmöwenkomplex "Larus argentatus/fuscus"

Andreas J. Helbig, Dorit Liebers & Peter de Knijff

LIMICOLA Band 18 Heft5 2004 Seite 233-258


In dem Artikel konnten Helbig et al anhand von DNA Sequenzuntersuchungen der Mitochondrien belegen, dass es keinen zirkumpolaren Genfluss gegeben hat, wie ernst Mayr ihn in der weiteroben geposteten Grafik darstellte. Allerdings sind die Genflussbarrieren der nördlichen Typen (schwarzflügelige Großmöwen) weniger stringent, als die der südlicheren (grauflügelige Typen; insbesondere Steppenmöwe (Larus cachinnans) vs. Mittelmeermöwe (L. michahellis).

Zudem, Zitat: "Die europäische Silbermöwe [Larus argentatus argentatus, L. a. argenteus & L. a. "omissus" - eigene Anmerkung] stammt nicht von einer rezenten Einwanderung nordamerikanischer Möwen [L. a. smithonianus] nach Europa ab und steht stammesgeschichtlich außerhalb der o. g. "nördlichen Kette". Der zirkumpolare Ring hat sich also nicht in dem Sinn geschlossen, wie Mayr das annahm. In jüngster zeit werden allerdings vermehrt Heringsmöwen (meist graellsii [L. fuscus graelsii - "Britische Heringsmöwe" - Britische Inseln Westskandinavien und Nordseeküste] in Nordamerika festgestellt ... und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis dort die ersten Bruten nachgewiesen werden. ... Der zirkumolare Ring könnte sich also bald in der umgekehrten Richtung schließen, nicht durch Einwanderung der Silbermöwen von Nord amerika nach Europa, sondern durch Kolonisierung Amerikas durch Heringsmöwen.

Für die bereits bestehenden reproduktiven Barrieren war weniger die für das Ringspezies-Modell entscheidende "Isolation durch geographische Distanz" von Bedeutung, sondern in erster Linie eine Differenzierung in geographischer Isolation (Allopatrie). ..." Zitatende

Mit "Isolation durch geographische Distanz" ist gemeint, dass:
Zitat "... sich im Zuge der Ausbreitung einer Ursprungspopulation um ein großes, unbesiedeltes Areal herum die peripheren Populationen derart differemzieren könnten, dass sie sich bei erneutem Kontakt wie reproduktiv isolierte Arten verhielten." Zitatende

Mayr nannte das "Artbildung durch ringförmige Überlappung", was bedeutet, das der Genfluss entlang des ringförmigen Brutgebietes (bei Großmöwen zirkumpolar) infolgedessen nicht notwendigerweise unterbrochen zu sein braucht. Möwen sind hochgradig mobil und hervorragend in der Lage, neue, weit entfernte Brutplätze zu besiedeln. Bleibt der Gennachschub aus den Brutgebieten, aus denen die Erstbesiedler stammen aus, so käme es zur Artbildung durch "Isolation durch geographische Distanz". Ein ständiger Wechsel aus Allopatrie (Erstkolonisten) und Sympatrie ("Der große Treck").

Ich kann das hier nur anreißen, sorry.

Grüße,
Fuscus

_________________
"Menschen! Lasst die Finger von uns Lariden, ihr werdet uns nie verstehen!" Augenzwinkern
Thorsten
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Jun 2010 20:48    Titel: Es gibt sympatrische Artbildung auch im Tierreich! Antworten mit Zitat

Wieso soll es bei Tieren keine Sympatrische Artbildung geben?
Hat mal jemand an die Galapagos oder anders "Darwin"-Finken gedacht?
Diese Entwickelten sich sowohl allopatrisch als auch sympatrisch.


Wie stellt man sich heute die Evolution der Galapagos-Finken vor? Darwin glaubte, dass vor langer Zeit eine kleine Gruppe von finkenähnlichen Singvögeln auf eine der vierzehn Galapagos-Inseln verschlagen wurde, vielleicht durch einen starken Sturm. Diese Finken schafften es nicht nur, auf den kargen Inseln zu überleben, sondern sie vermehrten sich sogar. Bald gab es so viele Finken auf der Insel, dass sie sich gegenseitig Konkurrenz machten; sie fraßen einander die Nahrung weg. Einige Finken entgingen dieser Konkurrenz, indem sie auf unbesetzte Inseln der Galapagos-Gruppe auswichen. Diese geographische Separation und die natürliche Auslese führten im Laufe der Zeit zur Entstehung neuer Finkenarten durch allopatrische Artbildung. Andere Finken blieben auf der ursprünglichen Insel, besetzten aber neue ökologische Nischen, indem sie sich auf andere Nahrungsquellen spezialisierten. Sie suchten ihre Nahrung zum Beispiel nicht mehr auf dem Boden, sondern in Büschen oder auf Kakteen. Dort paarten sie sich dann auch mit anderen Finken, die die gleiche Nahrung fraßen. Im Laufe der Zeit führte die Selektion zu einer immer perfekteren Spezialisierung, und es entstanden neue Finkenarten, ohne dass eine geographische Separation vorlag. Hier haben wir ein typisches Beispiel für sympatrische Artbildung.
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