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Kapillaren: Drücke bei Filtration und Reabsorption
 
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Lena Kakus



Anmeldungsdatum: 04.10.2016
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 04. Okt 2016 10:14    Titel: Kapillaren: Drücke bei Filtration und Reabsorption Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Hallo zusammen, ich habe folgendes Problem:
Ich verstehe nicht, wie es zur Rückabsorption in den venösen Kapillaren kommt. In sämtlichen Büchern finde ich das hier

Im arteriellen Teil überwiegt der hypostatische Druck den kolloidosmotischen. Also wird das Plasma nach außen gedrückt. Dann rgendwann überwiegt der kolloidosmotische Druck, ergo wird Flüssigkeit aus dem interstitium wieder hineingezogen in die Kapillare.





Meine Ideen:
So, jetzt mein Problem.

Der hypostatische Druck nimmt ja am Anfang kontinuierlich ab. Gleichzeitig nimmt der kolloidosmotische kontinuierlich zu, denn wenn weniger Flüssigkeit innen ist, aber die kolloide ja nicht durch die Membran können, nimmt osmolalität zu. Die beiden drücke wirken ja gegeneinander. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, da sind sie gleich stark. Also die summe der Drücke im interstitium ist gleich der im inneren der Kapillare. Mit Summe meine ich je den hypostatischen und kolloidosmotischen. Dann liegt die Differenz bei null. Wie soll man in die Situation kommen, dass der kolloidosmotische überwiegt und Flüssigkeit hineinzieht?
In den Büchern wird so getan, als ob einfach zuerst nur der eine druck wirkt und dann der andere, aber das passiert ja alles gleichzeitig.

Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken, und vielen Dank schonmal.
PaGe
Moderator


Anmeldungsdatum: 19.03.2007
Beiträge: 3537
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 04. Okt 2016 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Überlegungen. Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Deine Argumentation ist schlüssig. Es muss noch einen anderen Effekt geben, der die Osmolarität des Bluts steigert.

Werde den Thread verfolgen.

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Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, du darfst sie kostenlos nutzen. Aber sie ist nicht Open Source, d. h., du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
jörg



Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 2109
Wohnort: Bückeburg

BeitragVerfasst am: 06. Okt 2016 09:57    Titel: Re: Kapillaren: Drücke bei Filtration und Reabsorption Antworten mit Zitat

Da liegen die meisten Lehrbücher auch etwas daneben....


Lena Kakus hat Folgendes geschrieben:
Irgendwann ist ein Punkt erreicht, da sind sie gleich stark. Also die summe der Drücke im interstitium ist gleich der im inneren der Kapillare. Mit Summe meine ich je den hypostatischen und kolloidosmotischen. Dann liegt die Differenz bei null.


Das ist genau richtig. Der effektive Filtrationsdruck sinkt auf Null und die Filtration kommt zum Erliegen. Es kommt also nicht zu einer größeren Reabsorbtion durch die venösen Kapillaren. Jedoch übersteigt der kolloidosmotische Druck den hydrostatischen Druck manchmal um einen kleinen Betrag, das hat vermutlich mit der zeitlichen Kinetik zu tun oder mit dem physikalischen Druck, der durch den Volumenfluss in den arteriellen Kapillaren besteht. Aber insgesamt ist dieser Druckunterschied - falls vorhanden- sehr gering, es wird also ständig Flüssigkeit ins Interstitium "gepresst". Für den Rücktransport in den Blutkreislauf sorgt dann die Lymphe. Manchmal kann sie das allerdings nicht in der Geschwindigkeit, mit der die Flüssigkeit ins Interstitium gelangt. Das wäre z.B. der Fall, wenn bei einem Fahrradfahrer nach einigen Stunden Fahrt die Knöchel anschwellen (das passiert tatsächlich).

_________________
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