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Selbstständige Informationsbeschaffung im Internet
 
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Karon
Organisator


Anmeldungsdatum: 06.11.2004
Beiträge: 2344
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 28. März 2006 22:37    Titel: Selbstständige Informationsbeschaffung im Internet Antworten mit Zitat

Selbstständige Informationsbeschaffung im Internet
oder: Wie schone ich die Tastaturen meiner Mitmenschen?

Leider wird in den Schulen viel zu wenig darauf eingegangen, wie man im Internet recherchieren kann, welche Werkzeuge zur Verfügung stehen und wie man diese benutzt. Google ist den meisten ein Begriff, aber auch hier gibt es eine Reihe weitgehend unbekannter Funktionen, die die Qualität der Ergebnisse erheblich verbessern. Außerdem gibt es verschiedene Websites, die einen geeigneteren Einstieg in die Online-Recherche zu biologischen Themen bieten. Ein paar Möglichkeiten sollen in diesem Artikel vorgestellt werden.

Inhalt
1. Forums-Suchfunktion
2. Google
3. Wikipedia
4. Browser-Suchfunktion: Die "Suche in der Suche"
5. Suche nach Multimedia: Bilder, Video, Audio
6. Suche nach englischen Quellen: PubMed
7. Zusammenfassung


1. Forums-Suchfunktion
Unser Forum hat 872 Benutzer, die schon 9306 Beiträge geschrieben haben (Stand: 28. März 2006 22:10). Die meisten User sind Schüler, die Fragen zu Hausaufgaben, Facharbeiten, oder zu Themen für Klausuren haben. Entsprechend sind hier schon viele Fragen gepostet und beantwortet worden, die Lehrer auch heute noch Schülern stellen. Diese Schüler fragen dann wiederum uns, obwohl sie das in den alten Beiträgen hätten nachlesen können. Die Suche funktioniert ganz einfach durch Klick auf "Suchen" links oben im Menü. Dann gibt man seine Suchbegriffe ganz oben ein. Achtung! Bevor man nun sucht, sollte man auf "Nach allen Wörtern suchen" klicken (unterhalb der Suchbox). Dadurch werden nur die Beiträge angezeigt, die alle eingegebenen Begriffe enthalten. Wenn man "Nach irgendeinem Wort suchen" aktiviert lässt, werden alle Beiträge gesucht, die mindestens eines der Worte enthalten, was zu seltsamen Ergebnissen führen kann. Unterhalb kann man die Suche weiter eingrenzen, zum Beispiel nach Forum, Kategorie oder Zeit. Findet man hier nichts, kann man einen neuen Beitrag posten, wobei man darauf achten sollte, dass man immer einen Lösungsansatz dazuschreibt. Nur so merken die anderen User, dass man sich selbst Gedanken gemacht hat. Man kann es nicht oft genug sagen: Wir sind keine Hausaufgaben-Mach-Maschine!


2. Google (www.google.de)
Der Marktführer der Suchmaschinen ist das wohl am meisten benutzte Tool zur Informationsbeschaffung. Ganz nett als Einstieg in ein Thema ist die Suche nach Definitionen. Will man etwas über Biotechnologie wissen, kann man ich in die Suchzeile tippen:
Code:
define:biotechnologie

Google spuckt daraufhin die Definitionen aus, die ihm bekannt sind. Achtung: Nach dem Doppelpunkt darf kein Leerzeichen folgen! Das gilt auch für die Funktionen, die später noch vorgestellt werden.

Will man tiefer in die Materie einsteigen, kann man sich an die "normale" Suche wagen. Allerdings muss man auch hier vorsichtig sein, was die Relevanz der Ergebnisse angeht. Bei der Bewertung der Ergebnisse durch Google spielt auch die Popularität der Websites eine große Rolle. Die Information auf solchen Seiten ist aber nicht unbedingt korrekt. Außerdem sind wissenschaftlich tiefgründige Websites oft nicht sehr gut besucht, weil der "normale" Internet-User kein Biologe ist, also erst mal keine Ahnung von der Materie hat. Dadurch werden populär-wissenschaftliche Websites im Google-Ranking begünstigt, was zu Lasten der Objektivität und der Informationsfülle geht, die sich Wissenschaftler (und ambitionierte Bio-LK'ler!) wünschen würden. Und Websites wie "Spiegel Online" oder andere Online-Magazine machen sich nun mal nicht sonderlich gut in Quellenangaben wissenschaftlicher Artikel oder Facharbeiten.

Es empfiehlt sich daher, die Suche einzuschränken. Sinnvoll ist zum Beispiel die Erweiterung der Suchanfrage um diese Worte:
Code:
inurl:uni

Die Funktion "inurl" ist eine Google-interne Anweisung, den folgenden Begriff in der URL (Internet-Adresse) der Website zu suchen. Man wird also nur Ergebnisse erhalten, die das Wort "uni" in der URL enthält. Dadurch sind die meisten Such-Ergebnisse Websites von Universitäten, die erfahrungsgemäß wesentlich mehr korrekte Information enthalten als "No-Name-Seiten". Die Angabe einer Universitäts-Website als Quelle ist auch wesentlich gerner gesehen als bspw. "www.beepworld.com/...". Bei der Suche nach englischen Websites kann man seine Suche durch
Code:
site:.edu

erweitern. ".edu"-Domains dürfen nur von amerikanischen Bildungseinrichtungen und von ihren europäischen Außenposten angelegt werden. Daher ist auch hier die Quote korrekter Informationen ziemlich hoch.

Manchmal kann der Ausschluss von Begriffen sinnvoll sein. Weiß ich zum Beispiel, dass es einen Forscher mit Nachnamen Fleming gegeben hat, und möchte dessen Entdeckung über Google herausfinden, werde ich zunächst nach seinem Nachnamen googlen. Dabei werde ich aber wahrscheinlich auf viele Websites stoßen, die den "Erfinder" von James Bond beschreiben, Ian Fleming. Das kann ich verhindern, indem ich die Suchzeile erweitere um
Code:
-Ian

oder
Code:
-"James Bond"

Dadurch werden alle Ergebnisse ausgeblendet, die einen der Begriffe enthalten. Das zweite Beispiel zeigt eine weitere Google-Eigenschaft: Durch Anführungsstriche kann man Wortgruppen definieren. Würde man "James Bond" ohne Anführungsstriche suchen, hätte man alle Websites als Ergebnis, die irgendwo "James" und irgendwo anders "Bond" stehen haben. Diese Funktion macht bei Suchen nach Begriffen Sinn, bei denen ein Wort kein Fachwort ist (z.B. "gentechnische herstellung").

Liefert die Google-Suche einfach nicht das, was man möchte, sollte man sich nicht zu schade sein mal in die Google-Hilfe zu schaun. Zwar ist Google inzwischen schon fast Alltag, die erweiterten Suchmöglichkeiten kennt aber fast keiner.


3. Wikipedia (www.wikipedia.de)
Die Wikipedia ist ein frei zugängliches Online-Lexikon, das von jedem User ohne Probleme verändert werden kann. Dadurch hat sie ein hohes Maß an Aktualität. Gleichzeitig ist aber die Korrektheit der Daten nicht immer gesichert, weil auch Laien eventuelles Halbwissen als Tatsache verkaufen können. In der Regel wird solches Halbwissen aber durch die Wikipedianer als solches enttarnt und korrigiert. Die Qualität der Wikipedia im Vergleich zu rennommierten Enzyklopädien ist Gegenstand einer nicht enden wollenden Diskussion. Unbestritten ist aber, dass sich die Artikel in einem ständigen Wandel befinden. Als Quellenangabe ist die Wikipedia daher nur bedingt geeignet: Artikel werden umgeschrieben und enthalten unter Umständen schon nach kurzer Zeit nicht mehr die Informationen, die sie zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit enthalten haben. Aus diesem Grund sollte man, wenn möglich, auf Wikipedia als Quelle verzichten. Aber um sich generell über ein Thema zu informieren, eignet sie sich optimal.


4. Browser-Suchfunktion: Die "Suche in der Suche"
Bei der Internetrecherche stößt man massenhaft auf Websites, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben. Um diese Sites nicht komplett durchlesen zu müssen, kann man sich der Suchfunktion des Webbrowsers (Internet Explorer, Firefox,...) bedienen. Meistens kann man diese mit der Tastenkombination [Strg]+[F] aufrufen. So kommt man auf langen Websites schnell zum gewünschten Absatz bzw. Satz. Diese Methode spart wahnsinnig viel Zeit und ist daher dringend zu empfehlen!


5. Suche nach Multimedia: Bilder, Video, Audio
Eine weitere nette Methode zu suchen ist die Google-Bildersuche. Die Ergebnisse der Suche sind Bilder, deren Relevanz für das Thema schnell erfasst werden können. Zudem kann man die Suche im Nachhinein auf unterschiedliche Bildergrößen eingrenzen. So kann man hoch aufgelöste Bilder finden, die man später in seine Facharbeit einbinden und ausdrucken kann (sofern dadurch keine Copyright-Rechte verletzt werden!!). Dabei sollte man auf jeden Fall auf eine akkurate Quellenangabe achten und bei ungeklärtem Copyright die Inhaber kontaktieren.

Zur Suche von Video- und Audiodateien eignet sich die Suchmaschine Altavista. Hier einfach auf die entsprechende Schaltfläche klicken, und die Suchbegriffe eingeben. Vor der Suche sollte man noch bei unerwünschten Formaten die Häkchen unter dem Suchfeld entfernen.


6. Suche nach englischen Quellen: PubMed
Will man ein sehr spezielles Thema ausführlich behandeln, das womöglich auch noch Gegenstand der aktuellen Forschung ist, kommt man um die englische Literatur-Recherche kaum herum. Hier gibt es im Bereich der Biologie/Biotechnologie eine Datenbank, auf der so gut wie alle englischsprachigen Publikationen durchsucht werden können: PubMed. Diese lässt sich auf der Seite des NCBI durchsuchen: Man gibt oben die (englischen!) Suchbegriffe ein, und wird daraufhin zu einer Übersicht weitergeleitet, die einem die Ergebnisse in einer Reihe von Datenbanken anzeigt. Uns interessieren in diesem Fall nur die beiden ganz links oben: "PubMed" und "PubMed Central". PubMed ist die größere Datenbank, dafür sind viele der Publikationen gar nicht oder nur gegen Geld online zugänglich. PubMed Central dagegen enthält nur Publikationen, die online direkt als Full-Text und/oder PDF angesehen werden können. Als Schüler empfiehlt sich daher der Klick auf "PubMed Central" (die Zahl daneben bedeutet die Anzahl der Treffer). Die Ergebnisansicht ist folgendermaßen aufgebaut:

Zitat:

Titel der Arbeit
Autoren
Abkürzung des Zeitschriften-Titels Datum; Ausgabe: Seitenzahlen. (weitere Angaben zur Veröffentlichung)
PMCID: Eindeutige Nummer des Artikels in PubMed Central
| Zusammenfassung | Kompletter Text | PDF-[File-Größe] |


Beispiel:
Zitat:

Multimerization and interaction of Toll and Spätzle in Drosophila.
Hu X, Yagi Y, Tanji T, Zhou S, Ip YT.
Proc Natl Acad Sci U S A. 2004 Jun 22; 101(25): 9369-9374. published online before print June 14, 2004
PMCID: 438983
| Abstract | Full Text | PDF-478K |



Oft empfiehlt es sich, die Ergebnisansicht mittels Browsersuche (s.o.) zu durchsuchen: Es werden alle Artikel gelistet, die die Suchworte irgendwo enthalten, und sei es noch so untergeordnet. Soll ein Suchwort auf jeden Fall im Titel vorkommen, kann man die Suche so modifizieren:
Code:
Biotechnology[ti]

Entsprechendes gilt für [au] (Author), [ab] (Abstract) und eine Reihe weiterer Präzisierungen, die hier zusammengestellt sind.


7. Zusammenfassung Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten im Internet nach Informationen zu suchen. Die meisten haben eine Informationsflut zur Folge, die sich mit den richtigen Methoden aber in Grenzen halten lässt. Allerdings erfordert es ein wenig Erfahrung, schnell Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und die richtigen Verfahren für die Suche anzuwenden. Drei gute Einstiegsstellen für die Suche nach Info-Material sind dieses Forum, Google und Wikipedia. Darüber hinaus gibt es englischsprachige Suchmaschinen für Fachliteratur. Dadurch wird einem besonders ausführliches, aber zum Teil auch sehr spezielles Wissen vermittelt. Eine Liste mit Link-Empfehlungen zur Biologie gibt es in diesem Thread.

Artikel geringfügig modifiziert nach dem Original von
Michael Arzt
http://www.biologie-lk.de/


Vielen Dank an Michael für das zur Verfügung stellen dieses Artikels!
frogface5



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2006 13:20    Titel: Lizenzfreie Bilder für Facharbeiten:Wikimedia Commons Antworten mit Zitat

Bildquelle ohne große Copyright-Probleme
Eine Möglichkeit geeignetes Anschauungsmaterial zu erhalten, bietet auch die von Wikipedia angebotene Sammlung für Bildmaterial. Einer der Vorteile ist, dass hierbei häufig die direkte Einbindung in die entsprechende Facharbeit mit einem Verweis auf die Quelle möglich ist.
Zu erreichen ist diese weltweite Sammlung unter:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Hauptseite
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