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Bio17
Gast





BeitragVerfasst am: 19. Jun 2017 13:58    Titel: offene Fragen zu verschiedenen Biologiethemen Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Hallo,

ich bin gerade bei der Vorbereitung für eine Bioprüfung im Studium und habe noch ein paar offene Fragen. Vielleicht kann mir hier jemand helfen.

- Zum einen würde ich gerne wissen, wie die Reizweiterleitung beim Ohr und Auge funktioniert. Der Dozent hatte wohl mal gefragt, welche Unterschiede es bei der Reizweiterleitung bei den beiden Sinesorgangen gibt und welche Reizweiterleitung schneller abläuft.

- Wie funktioniert der Druckausgleich im Mittelohr durch die Eustachische Röhre?

- Warum macht ein zwei- bzw. dreikammriges Herz bei Fischen bzw. Amphibien und Reptilien Sinn? Was haben sie dabei für Vorteile?

- wasrum kommt es bei manchen Schnecken zu einer Detorsion?

- Mollusken haben ein Hydroskelett. Haben das noch andere Tiere?



Meine Ideen:
- zum ersten Punkt: Ich weiß, dass es im Auge so ist, dass der physikalische Reiz zunächst in einen chemischen und dann erst in einen elektrischen umgeleitet wird. Wo und wie das funktioniert, weiß ich jedoch nicht. Und beim Ohr kommt es bei den Haarsinneszellen zu einer Übertragung eines mechanischen Signals zu einem elektrischen, sodass hier nur eine Umwandlung stattfindet. Aber beide Sinnesorgane sind sekundäre Sinneszellen, deswegen müsste es doch eigentlich relativ gleich ablaufen?

- zur vierten Frage: Ich könnte mir nur vorstellen, dass es ein Schutzmeachanismus ist, weil nach der Torsion der After ja dirket beim Atemloch liegt und somit die Gefahr einer Infektion oder Ähnliches groß ist?

- das Hydroskelett bei Mollusken dient ja durch den Druck der Hämolymphe zur Stabilisierung des Körpers. Gliederfüßer haben ja auch eine Hämolymphe aber auch ein Außenskelett. Wozu dient dann bei ihnen die Hämolymphe? Haben sie dann auch noch zusätzlich ein Hydroskelett?


Ich bin für jede Antwort dankbar!

Liebe Grüße
jörg



Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 2109
Wohnort: Bückeburg

BeitragVerfasst am: 20. Jun 2017 13:17    Titel: Re: offene Fragen zu verschiedenen Biologiethemen Antworten mit Zitat

Bio17 hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß, dass es im Auge so ist, dass der physikalische Reiz zunächst in einen chemischen und dann erst in einen elektrischen umgeleitet wird.


Das ist nicht der wesentliche Punkt. Denk mal darüber nach, wie das Aktionspotential generiert wird. Stichworte: Depolarisation und Hyperpolarisation.


Bio17 hat Folgendes geschrieben:

- Wie funktioniert der Druckausgleich im Mittelohr durch die Eustachische Röhre?


Formuliere doch bitte zunächst einmal deine Ideen....
Was geschieht im Mittelohr bei Überdruck? ... und was bei Unterdruck?

_________________
RNA?- just another nucleic acid?
Bio17
Gast





BeitragVerfasst am: 20. Jun 2017 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

jörg hat Folgendes geschrieben:
Bio17 hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß, dass es im Auge so ist, dass der physikalische Reiz zunächst in einen chemischen und dann erst in einen elektrischen umgeleitet wird.


Das ist nicht der wesentliche Punkt. Denk mal darüber nach, wie das Aktionspotential generiert wird. Stichworte: Depolarisation und Hyperpolarisation.


Bio17 hat Folgendes geschrieben:

- Wie funktioniert der Druckausgleich im Mittelohr durch die Eustachische Röhre?


Formuliere doch bitte zunächst einmal deine Ideen....
Was geschieht im Mittelohr bei Überdruck? ... und was bei Unterdruck?



ohje, was die Weiterleitung angeht, bin ich echt etwas hilflos und verstehe meistens nur Bahnhof Hilfe
So wie ich das verstanden habe, werden beim Auge in Dunkelheit immer Transmitter ausgeschüttet, was man als Dunkelstrom bezeichnet. Und wenn Licht auf die Netzhaut fällt, werden die Kanäle teilweise gschlossen, der Einstrom nimmt ab und das Membranpotenzial wird negativ. Dadurch entsteht eine Hyperpolarisation...? Es verringert also die Transmitterausschüttung?

Beim Ohr ist es ja so, dass die Haarsinneszellen abgebogen werden, die Kanäle geöffnet werden und Kalium-Ionen einströmen. Das führt zu einer Depolarisation und Neurotransmitter werden ausgeschüttet. Wenn sich die Haare in die andere Richtung biegen, werden die Kanäle geschlossen und es kommt zu einer Repolarisation oder sogar Hyperpolarisation und die Neurotransmitterasusschüttung wird weniger... ?
Also wenn du mir da irgendwie helfen kannst, wär ich dir sehr dankbar Augenrollen

Die eustachischen Röhre ist normalerweise geschlossen und nur, wenn wir gähnen oder schlucken, wird diese geöffnet, wodurch Luft in das Mittelohr gelangt. Sie belüftet das Mittelohr. Wenn man einen größeren Höhenunterschied zum Beispiel durch Aufzufahren vornimmt, kommt es zu einem Druckgefälle zwischen äußerem Gehörgang und Mittelohr. Und dadurch wird das Trommelfell in eine Richtung gebogen. Dieser Druckunterschied lässt sich dann wiederum durch schlucken, gähnen ausgleichen..
jörg



Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 2109
Wohnort: Bückeburg

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2017 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Das sieht doch im großen und ganzen schon mal gar nicht so schlecht aus.

Bio17 hat Folgendes geschrieben:
[...] werden die Kanäle teilweise gschlossen, der Einstrom nimmt ab und das Membranpotenzial wird negativ. Dadurch entsteht eine Hyperpolarisation...? Es verringert also die Transmitterausschüttung?


Genau, die Sinneszellen (Zapfen und Stäbchen) hyperpolarisieren und dadurch nimmt der Transmitterstrom ab.
Trifft Licht auf die Sinneszelle, ändern die Farbpigmente ihre Beschaffenheit und es wird eine Signalkaskade ausgelöst, an deren Ende das Verschließen von Natriumkanälen steht. Da über die Kaliumkanäle jedoch noch Kalium aus der Zelle strömt, verliert die Sinneszelle positive Ionen und es kommt zur Hyperpolarisation und damit zur Reduktion des Transmitterstromes. Der ausgeschüttete Transmitter Glutamat kann sowohl hemmend als auch erregend wirken, so dass die nachgeschalteten Neurone durch die Verminderung des Transmitterstromes (also indirekt durch den Lichteinfall) erregt werden, wenn Glutamat hemmend auf sie wirkt und gehemmt werden, wenn Glutamat erregend auf sie wirkt. So entsteht ein recht komplexes System der Reizverschaltung.

Beim Hören wird durch den Schalldruck vom Trommelfell auf das Innenohr eine Welle übertragen, welche sich über die Basilarmembran fortpflanzt, auf der sich die Haarzellen befinden. Nun existieren zwei Arten von Haarzellen, die inneren und die äußeren Haarzellen. Die äußeren Haarzellen verstärken die Welle an einem bestimmten Ort (das ist abhängig von der Schallfrequenz) und die inneren Haarzellen "reagieren" auf eine entsprechende Frequenz und leiten das Signal an den Hörnerven weiter. Die inneren Haarzellen depolarisieren dabei. Der Transmitter ist jedoch der gleiche wie beim Auge, nämlich Glutamat. Auf die nachfolgenden Neurone wirkt Glutamat hier erregend.
Jede Hörnervenfaser gibt hier also die Frequenzselektivität ihrer "angeschlossenen" Haarzelle weiter.

Auch das ist ein Unterschied zum Auge, wo die laterale Inhibition eine große Rolle spielt. Wird eine Sinneszelle des Auges erregt und überträgt diese Erregung auf ein nachgeschaltetes Neuron, so werden in der Summe die benachbarten Neurone umso stärker gehemmt, je stärker der Lichteinfall ist. Dieses Phänomen dient der Kontrastwahrnehmung.
Es findet also keine 1:1 dem Lichteinfall entsprechende Reizweiterleitung statt. (Die laterale Hemmung schaust du dir am besten noch mal als Bild an....).
Beim Hören entspricht die Reizweiterleitung der Frequenzselektivität der entsprechenden Haarzellen, da werden die Nachbarzellen nicht gehemmt.
Das Ohr hat zudem eine viel genauere Zeitkodierung, das heisst, das nacheinander eintreffende Reize auch als nacheinader wahrgenommen werden. Zudem spielt hier die Ortsauflösung der Frequenzen eine bedeutende Rolle ( wie oben beschrieben: an einem bestimmten Ort befinden sich Haarzellen, welche auf eine bestimmte Frequenz reagieren, beim Auge werden die Zellen dort erregt, wo das Licht einfällt).

Ich denke, damit haben wir die wichtigsten Unterschiede.


Bio17 hat Folgendes geschrieben:
Die eustachischen Röhre ist normalerweise geschlossen


Na ja, so ganz richtig ist das nicht, wenn sie geschlossen wäre, könnte das Mittelohr nicht belüftet werden. Es reicht jedoch bei starken Druckschwankungen nicht für einen vollständigen Druckausgleich. Also müssen wir etwas "nachhelfen"

Bio17 hat Folgendes geschrieben:
[...] wenn wir gähnen oder schlucken, wird diese geöffnet, wodurch Luft in das Mittelohr gelangt.


Ich würde hier eher den Druckausgleich in den Vordergrund stellen. Wenn wir gähnen oder schlucken, findet ein Druckausgleich statt. Dabei muss nicht unbedingt Luft in das Mittelohr strömen, es kann auch Luft aus dem Mittelohr abfließen, wenn man überhaupt den Druckausgleich an Luftströme koppeln möchte, was ich an dieser Stelle nicht tun würde.

Abhängig von Über- oder Unterdruck wölbt sich das Trommelfell ja entweder nach innen oder nach außen.....

Aber ansonsten ist das, was du schreibst richtig.....

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Bio17
Gast





BeitragVerfasst am: 22. Jun 2017 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Smile hat mir echt geholfen!
ich muss jetzt aber nochmal nachfragen... Warum dauert die Weiterleitung beim Auge dann länger? Also die Unterschiede in der Weiterleitung habe ich schon verstanden, aber der Zeitunterschied wird mir iwie nicht klar... grübelnd

Liebe Grüße
jörg



Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 2109
Wohnort: Bückeburg

BeitragVerfasst am: 22. Jun 2017 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss sagen, dass ich gar nicht genau weiss, wo die Reizweiterleitung schneller ist, ich würde aber raten, beim Auge. Wo hast du das her, dass die Reizweiterleitung im Ohr schneller sein soll?

Ich habe oben auf die Zeitcodierung angesprochen, das heisst lediglich, dass zwei Reize, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten eintreffen auch als zu unterschiedlichen Zeitpunkten eintreffend interpretiert werden.
Oder andersherum gesagt: Im Ohr findet weniger zeitliche Summation statt.

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Bio17
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BeitragVerfasst am: 22. Jun 2017 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Biologiedozent hatte bei einer Kommilitonin in der Prüfung gefragt, warum die Weiterleitung beim Auge langsamer ist als beim Ohr ... grübelnd
jörg



Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 2109
Wohnort: Bückeburg

BeitragVerfasst am: 23. Jun 2017 08:38    Titel: Antworten mit Zitat

Dann würde ich antworten, weil dor mehr Neurone eingebunden sind und somit mehr Synapsen bestehen.
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